Muss mein Online-Shop Mobile Commerce resp. M-Commerce tauglich sein?

Seit vielen Jahren hören wir vom mobilen Handel, dem sogenannten Mobile Commerce resp. M-Commerce und dieser Trend ist für viele E-Commerce-Akteure Realität. Die neuesten Zahlen zum E-Commerce zeigen, dass der Anteil der mobilen Verkäufe über 60 % erreicht hat, d. h. mehr als jeder zweite Franken (Quelle: Statista) wird über den Bildschirm eines Smartphones oder Tablets ausgegeben. Die Frage nach der Mobiletauglichkeit Ihres Verkaufskanals hängt stark mit Ihrer SEO-Strategie zusammen – und umgekehrt. Eine Erklärung dazu: SEO und ein mobil-freundlicher Online Shop.

Wenn wir ein E-Commerce-Projekt durchführen, rät uns jeder, uns für ein an das Mobiltelefon angepasstes Shop-System / -Design zu entscheiden, ohne die Gründe dafür zu verstehen. Lassen Sie uns gemeinsam entschlüsseln, aus welchem Blickwinkel sich das Handy auf Ihr Geschäft auswirken wird.

Warum Ihre E-Commerce-Aktivitäten notwendigerweise auf das Mobiltelefon angewiesen sind

Weltweit wächst die Zahl der mobilen Internetnutzer jedes Jahr. Vereinfacht ausgedrückt, nutzen Internetbesucher das Smartphone am häufigsten, um ins Netz zu gelangen. Das bedeutet, dass das Internet-Publikum dazu neigt, in Bezug auf den Marktanteil auf das Handy umzusteigen. Hier zeigt sich, dass der mobile Kanal langfristig das dynamischste und vielversprechendste Medium ist. Ausserdem werden laut Studien über das Handy im Jahr 2019 75 % der Europäer das mobile Internet nutzen und das Smartphone ist das erste Medium, um E-Mails vor dem Computer abzurufen.

Mobile Commerce resp. M-Commerce in Zahlen

Die historischen Dominatoren des Online-Verkaufs (Zalando, Amazon und in der Schweiz z. B. digitec …), aber auch Newcomer haben diese Herausforderungen verstanden, indem sie mobile Plattformen oder Anwendungen entwickelt haben, die den Kauf von Produkten auf diesem Kanal erleichtern. Nach den neuesten Zahlen erwirtschaften diese Player mehr als die Hälfte seines Umsatzes über seine mobile Anwendung.

Die Sache mit dem Mobile-Screen

Der Bildschirm eines Mobiltelefons und ganz allgemein das Verhalten der Mobilfunknutzer weist jedoch im Vergleich zum traditionellen E-Commerce (auf dem Computer / Desktop) viele Einschränkungen auf:

  • Die Grösse des Bildschirms schränkt die Menge der anzuzeigenden Informationen ein und verursacht Unbehagen, wenn eine Seite nicht für den mobilen Einsatz geeignet ist,
  • der Einsatz von Touch macht es nicht leicht, lange oder schlecht gestaltete Formulare einzugeben,
  • Die Ladezeit in mobilen Situationen (4G) kann für den Verbraucher zu Frustration führen.
  • Die Verbraucher fühlen sich bei der Bekanntgabe ihrer Bankdaten unsicherer als bei der Bekanntgabe am Computer.

Aus diesen Gründen sollte es Ihnen nicht einfach darum gehen, eine Website zu haben, die auf jede Bildschirmgrösse passt, sondern die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe optimal zu befriedigen. Das machen Sie, indem Sie die Customer Journey analisieren, um ein bestmögliches Verständnis für das Nutzerverhalten zu erlangen.

Viele Unternehmer sind sogar noch weiter gegangen, indem sie einen 100 % mobile first Ansatz gewählt haben.

Was bedeutet „mobile first“ im E-Commerce?

Mobile first ist ein Konzept, bei dem der Ansatz darin besteht, Ihre gesamte digitale Strategie um Mobile herum zu entwerfen, so als ob Sie sich letztendlich nur auf diesen einen Kanal konzentrieren würden. Dieser Prozess umfasst die Entwicklung einer mobilen Anwendung, die Gestaltung einer 100 % mobilen E-Commerce-Site usw. Indirekt können die E-Commerce Verantwortlichen den Desktop-Kanal (E-Commerce auf dem Computer) mit dem Nötigsten beiseite schieben oder sogar einfach ignorieren, indem sie keine Plattform für den Kauf auf dem Computer anbieten. Dies wird Ihre Kunden zwingen, auf das Handy zu wechseln, um eine Bestellung aufzugeben.

Doch Vorsicht, denn je nach Tätigkeitsbereich ist der ausschliessliche „mobile first“-Ansatz nicht unbedingt angebracht: Auch wenn Unternehmen beispielsweise im B2B-Bereich immer mehr Käufe über Mobiltelefone tätigen, insbesondere über professionelle Tablets, ist der Computer immer noch ein zentrales Instrument zur Bestellannahme.

Andererseits kann der mobile First-Ansatz logisch sein, wenn es darum geht, „Millenials“-Konsumenten mit einem preisaggressiven BtoC-Produktangebot anzusprechen, denn der Verkaufszyklus ist ziemlich schnell und funktioniert im Handumdrehen: Das Beispiel des Erfolgs der Wish-Anwendung, die in der Spitzengruppe des E-Commerce auf Platz 10 rangiert und Tausende von in China hergestellten Artikeln zu aggressiven Preisen verkauft, ist ein Beweis dafür.

Ist Mobile Commerce resp. M-Commerce in meiner Branche relevant (B2B)?

Der Fehler, den viele Unternehmer machen, besteht darin, zu glauben, dass der einzige Zweck des Mobiltelefons darin besteht, einen zusätzlichen Absatzkanal zu bieten. Das heisst, wenn sie ihre Produktkategorie nicht mobil verkaufen, dann ist dieser Kanal für sie nicht geeignet. Dies ist ein falscher Ansatz. Sie können das an einem einfachen Beispiel verstehen, nämlich dem E-Tourismus-Sektor. Nehmen wir das Beispiel eines Online-Reiseveranstalters, der Safari-Urlaub der Spitzenklasse in Kenia anbietet, mit Preisen pro Aufenthalt von mehreren Tausend CHF. Selbst wenn dies geschehen kann, ist es offensichtlich, dass die Mehrheit der Verbraucher eine 10 000 CHF Safari nicht mit wenigen Klicks über Mobiltelefone buchen wird.

Letztere werden zunächst viele Seiten zur Vorbereitung ihres Aufenthalts konsultieren, um sich zu informieren, bevor sie weitersurfen. Es ist wichtig zu wissen, dass in Bezug auf den Tourismus im Internet die durchschnittliche Zeit zwischen den ersten Suchanfragen, die zunehmend auf Smartphones oder Tablets durchgeführt werden und der endgültigen Reservierung etwa 20 Tage beträgt. Daher ist es unerlässlich, eine an das Mobiltelefon angepasste Website anzubieten, da die Reise des Kunden auf diesem Kanal beginnen kann und es schade wäre, wenn man sich dieses mobile Publikum vorenthalten würde. Es bleibt abzuwarten, welche die beste digitale Strategie ist, um den potentiellen Kunden während seiner gesamten Customer Journey zu begleiten.

Welche Wahl sollten Sie treffen: eine mobile Website, eine Anwendung oder eine ansprechend gestaltete E-Commerce-Website?

Wenn es um Mobile Commerce resp. M-Commerce geht, gibt es mehrere Ansätze. Wir werden die Stärken der einzelnen Ansätze beleuchten.

Die Responsive-Design-Site

Sie passt sich automatisch an alle Bildschirme an. Dabei bietet sie nicht notwendigerweise die beste Benutzererfahrung.
Responsive Design besteht darin, die Schnittstelle einer Website so zu gestalten, dass sich jede Seite der Website automatisch an die Grösse und Auflösung des Bildschirms anpasst, von welchem sie aufgerufen wird. Konkret wird die Webseite die technischen Besonderheiten des vom Internetbenutzer benutzten Geräts identifizieren, um sich an den Bildschirm des Tablets, Smartphones oder Computers anzupassen. Genauer gesagt wird die Website den Platz auf dem Bildschirm einnehmen, unabhängig von der Art des Geräts.

Die meisten Websites, die heutzutage gestaltet werden, insbesondere im E-Commerce, integrieren nativ Responsive-Designs. Wenn Sie sich z.B. für ein E-Commerce-CMS (Prestashop, Woocommerce, Magento…) entscheiden, sind die meisten der vorgeschlagenen Vorlagen im Responsive Design entwickelt worden. Es ist jedoch wichtig, sich vor Augen zu halten, dass eine E-Commerce-Site mit ansprechendem Design nicht unbedingt die perfekte Antwort auf die Herausforderungen des Mobilfunks ist: Wenn die Formulare auf Ihrer Website lang oder schwierig auf dem Handy auszufüllen sind, wird die einfache Tatsache, dass die Webseite automatisch schrumpft, nicht ausreichen, um dem Benutzer zum Kauf zu überzeugen. Es kann notwendig sein, bestimmte Etappen des E-Commerce anzupassen oder sich für die Gestaltung einer Website für den mobilen Handel zu entscheiden.

Die mobile E-Commerce-Site

Wahrscheinlich ist Ihnen schon aufgefallen, dass einige Anbieter eine andere Website haben, wenn Sie sie auf dem Handy betrachtet. Ein Web-Skript erkennt nämlich das verwendete Medium. Das Skript leitet den Benutzer automatisch auf die Website um. Facebook zum Beispiel zeigt beispielsweise die URL www.facebook.com für Computerbesuche oder m.facebook.com für mobile Besuche an.
Warum eine Website für Mobiltelefone erstellen, wenn alles, was Sie tun müssen, ist Ihre Website ansprechend zu gestalten? Die Antwort: Die optimierte Benutzererfahrung auf Mobiltelefonen. Das Design einer mobilen Website ermöglicht Ihnen die Entwicklung einer massgeschneiderten Plattform, die die Besonderheiten von Mobiltelefonen berücksichtigt:

  • die Grösse des Bildschirms,
  • Verbindungsgeschwindigkeit und Ladezeit,
  • die Komplexität der Formulare, die für die Registrierung auszufüllen sind,
  • mobile Funktionalitäten, z. B. mit Hilfe von Geolokalisierung,
  • mobile Optimierungen, wie z. B. die Möglichkeit, die Kamera auf Ihrem Smartphone zu nutzen
  • und so weiter

Die mobile E-Commerce-Anwendung

Es kann sich lohen, sich für die Erstellung einer Mobile Commerce- resp. M-Commerce-Anwendung zu entscheiden. Mit einer erhalten Sie exklusiven Zugang zu Apple Store (iOs), Google Play Store (Android), Windows Store, usw.
Aber was sind die Hauptinteressen bei der Entwicklung einer mobilen Anwendung, wenn Sie bereits eine Responsive-E-Commerce-Website haben? Mehrere Argumente können dies rechtfertigen:

  • an einem weltweit genutzten Publikumsknotenpunkt präsent zu sein,
  • Ihren E-Commerce-Shop ständig auf dem Smartphone / Tablet Ihrer Kunden präsent sein zu lassen,
  • ein optimiertes mobiles Einkaufserlebnis bieten (unter Berücksichtigung der Einschränkungen des Handys: Ladezeit …),
  • Kontaktieren Sie Ihre Kunden über Push-Benachrichtigungen und schaffen Sie ganz allgemein eine starke Verbindung zu Ihren Kunden.

Die richtige e-Commerce Lösung für mich?

Kurz gesagt, der mobile Handel ist eine echte Chance für alle Akteure des elektronischen Handels. Es ist wichtig, die richtigen Fragen zu stellen, bevor man sich Hals über Kopf in ein Abenteuer stürzt. Es gibt verschiedene Ansätze für den mobilen Handel, je nach Tätigkeitsbereich, auf den er abzielt. Dazu empfehlen wir die typischen Wege Ihrer Kundenzielgruppe zu analysieren, um folgende Frage zu beantworten:

  • Nutzen sie das Handy zur Information, zum Kauf oder für beides? Wenn beide Absichten vorhanden sind, welche ist dann vorrangig oder sogar entscheidend für die Umsatzgenerierung?
  • Eine Marktforschungsstudie oder eine Panelbefragung durchführen oder Informationen aus vorhandenen Studien über Ihren Industriesektor einholen.
  • Nehmen Sie ein Benchmarking der Konkurrenz vor und ermitteln Sie, welcher mobile Kanal von den Marktführern Ihrer Branche bevorzugt wird. Damit können Sie einen relevanten Ansatz wählen, um die Kundennachfrage zu befriedigen.

Suchen Sie eine individuelle Beratung rund um Mobile Commerce resp. M-Commerce? Kontaktieren Sie mich. Ich freue mich auf Sie.

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